Die oft benachteiligten Quechua in Peru erhalten im Spital Diospi Suyana neue Hoffnung. Sie dürfen Gottes Liebe ganz praktisch in der medizinischen Behandlung erleben. In Andachten und Gesprächen hören sie die gute Botschaft. So geht der Dienst an den Patienten weit über die medizinische Behandlung hinaus. Begeistert erzählt der Arzt Daniel Ringli von seinem Dienst.
Es ist 6 Uhr morgens. Menschen, die sich im Spital Diospi Suyana behandeln lassen möchten, stellen sich von Montag bis Freitag am Eingang des Spitals an. Sie hoffen, an diesem Tag zu einer Behandlung am selben Tag ausgelost zu werden. Um 8:30 Uhr finden sich alle Patienten und Mitarbeiter zu einer Andacht zusammen. Um 9 Uhr beginnen die Sprechstunden. Meistens kann ein Drittel der wartenden Menschen in der Sprechstunde behandelt werden.
Das Spital Diospi Suyana ist ein Ort, an dem Menschen medizinische Hilfe erhalten – unabhängig von ihrer Herkunft und finanziellen Mitteln. Armut soll kein Grund sein, warum jemand nicht eine medizinische Behandlung bekommen kann. In diesem Fall werden die restlichen Kosten durch den Wohltätigkeitsfonds des Krankenhauses gedeckt. Die Patienten erhalten die aktuellen, weltweit empfohlenen Therapien mit den zugehörigen preiswerten Medikamenten. Zudem gibt es verschiedene medizinische Fachpersonen wie Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Psychologen und Orthopädietechniker, die eine umfassende Behandlung ermöglichen.
Diospi Suyana steht aber für so viel mehr als medizinische Behandlung. Es ist ein Ort, an welchem Gott in jedem Moment im Zentrum stehen soll. Der christliche Glaube wird im Spital offen gelebt. Unter anderem mit der Morgenandacht, an welcher die Besucher mit grosser Ernsthaftigkeit teilnehmen. Durch eine als Seelsorger angestellte Pfarrperson erfahren die Patienten immer wieder Hoffnung in Situationen von Trauer und Schmerz.
Eine aktuelle Umfrage unter Patienten zeigt, dass Menschen oft neben der äusseren Heilung von körperlichen Leiden auch eine innere Heilung durch den Glauben an Gott erleben dürfen.
Meine hauptsächliche Aufgabe ist es, Patienten in ambulanten Sprechstunden zu behandeln. Viele von ihnen wohnen in einfachen Verhältnissen und leben vom Ackerbau. Sie fühlen sich im Spital Diospi Suyana oft das erste Mal ernstgenommen und wertgeschätzt. Zwei andere Ärzte und ich teilen uns zusätzlich Untersuchungen mit dem Ultraschall. Schmerzende Gallenblasensteine oder Entzündung des Blinddarms, aber auch Krebs sind oft gestellte Diagnosen. Ausserdem ist ständig eine Notfallstation geöffnet, in der ich ungefähr einmal pro Woche mitarbeite. Die Offenheit und Dankbarkeit der Patienten berühren mich immer wieder aufs Neue sehr. Wenn Patienten aus ihrem Alltag erzählen, wir zusammen beten und ich ihr Vertrauen spüre, dann ist mein Herz voller Begeisterung für meinen Dienst.
Dankbar erinnere ich mich daran, wie Benjamin Zeier, welcher als Urologe arbeitet, mir eines Abends begegnete. Ich erzählte ihm von einer Patientin mit unklaren Bauchschmerzen, welche zur Behandlung auf die Bettenstation aufgenommen wurde.
Dank seinem Rat, die Nieren mittels Ultraschall zu untersuchen, konnte festgestellt werden, dass der Urin nicht abfliesst. Durch das Legen eines Harnblasenkatheters am selben Abend konnte der Urin abfliessen und wahrscheinlich das Leben der Patientin gerettet werden.
Durch diese Begegnung mit Benjamin Zeier an diesem Abend wurde Gottes Wirken für mich ganz konkret sichtbar.
Die Wohnungen der Missionare befinden sich über die gesamte Stadt Curahuasi verteilt, so dass wir mit der peruanischen Bevölkerung Leben teilen können.
Vor einem Jahr wurde ein christlicher Hauskreis für Peruaner begonnen, an dem ich teilnehme. Derzeit nehmen wir den sogenannten AlphaLive-Kurs im Hauskreis durch, teilen unsere persönlichen Anliegen und essen miteinander.
Nach jedem Hauskreis gehe ich gestärkt nach Hause und bin erstaunt, wie wir gemeinsam – trotz unterschiedlicher Kulturen – Gott loben können.
Diospi Suyana bedeutet in der Quechua-Sprache «Wir vertrauen auf Gott». Ihm gehört der erste Platz.
Durch die gute Botschaft des Evangeliums, gepaart mit einer umfassenden medizinischen Behandlung, erleben die Menschen, was in Johannes 10,10 steht: «Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben». Genau das darf ich hier erleben: Menschen erhalten medizinische Hilfe, erfahren Wertschätzung, finden neue Hoffnung und begegnen Gott. Dafür bin ich von Herzen dankbar
Seit August 2024 arbeitet Daniel Ringli als Arzt im Spital «Diospi Suyana». Daniels Hobbies sind Musizieren und Frisbee, das jeweils am Montagabend mit rund 40 Teilnehmern stattfindet. Er begleitet regelmässig die Morgenandachten im Spital auf dem Klavier und ist Teil einer Kleingruppe mit Peruanern, vorwiegend Quechuas. Es begeistert Daniel, dass er seinen Beruf mit Mission verbinden kann.

Das Missionsspital Diospi Suyana in Peru wurde im Jahr 2002 von Martina und Klaus-Dieter John gegründet. Die Mehrheit der Patienten spricht Quechua als Muttersprache und Spanisch als zweite Sprache. In den darauffolgenden Jahren wurden eine Radio- und Fernsehstation mit zwölf Antennentürmen, eine Schule mit derzeit rund 560 Schülern, Kinderclubs, jährliche Jugendfestivals und eine christliche Begegnungsstätte geschaffen. So bietet Diospi Suyana für viele Berufsgruppen die Möglichkeit für eine Arbeit, sei es im Bau, als Lehrperson, als Informatiker oder medizinische Fachperson.
Mitarbeit
Wir suchen aktuell eine Augenärztin / einen Augenarzt sowie eine Chirurgin / einen Chirurgen bzw. eine Traumatologin oder einen Traumatologen. Kennst du jemanden? Dann erzähl ihm von dieser Chance!